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Gärtnertreffen auf dem Rosenhof (Harald Mergenthaler) mit Betriebsbesichtigung
und anschließendem Vortrag und Diskussion über die Verwendung von CMS-Hybriden imÖkolandbau
Am 24. Mai 2005 veranstalten das Kompetenzzentrum Ökolandbau, der Ökoring und Bioland gemeinsam ein Gärtnertreffen auf dem Rosenhof in Rehburg-Loccum. Über 50 interessierte Praktiker und Fachleute trafen sich, um den Betrieb von Harald Mergenthaler und Barbera Blok kennen zu lernen und sich über das Thema „CMS- Hybriden: Chance oder Risiko für den Ökolandbau?“ zu informieren.
 Der Betrieb von Harald Mergenthaler umfasst ca. 27 ha Freilandfläche und 2000 m² Gewächshausfläche. Die Hauptkulturen unter Glas sind Tomaten und Schlangengurken, im Winter Kräuter und Salate.
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Erstmalig trat in diesem Jahr die Tomatenminierfliege (Liriomyza sp.) als massives Problem auf. Bekämpft wird sie durch Nützlingseinsatz mit den Schlupfwespenarten Dacnusa sibirica und Diglyphus isaea.
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| Fraßspuren von Minierfliegen an Tomaten |
Gewächshauskultur |
| Im Freiland werden Feingemüse und 7 ha Rosenkohl angebaut. Der Rosenkohl wird zum Schutz vor Kohlfliegen und anderen Insekten komplett unter Kulturschutznetzen angebaut. Chicorée wird ganzjährig getrieben, wobei der größte Teil der Wurzeln zugekauft wird. Weiter handelt der Betrieb mit Gemüse und vertreibt es an den Groß- und Einzelhandel. Grobgemüse wie Möhren, Zwiebeln und Kohl wird zugekauft. |
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Vliesabdeckung zur Verfrühung im Freiland |
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Großes Interesse fand auch die eingesetzte Technik zum Pflanzen |
Vortrag CMS- Hybridvermehrung
Im Anschluß hielt Dr. Thomas Engelke von der Universität Hannover einen Vortrag
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Dr. Thomas Engelke, Hannover referierte über CMS
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über die Züchtung von CMS-Hybriden im Gemüseanbau. Derzeit wird diskutiert, ob das Verfahren der CMS-Hybridzüchtung den Zielvorstellungen des Ökolandbaus entspricht. CMS steht für Cytoplasmatische Männliche Sterilität. Für die Erzeugung von Hybridsorten benötigt man männlich sterile Mutterlinien, um sie mit männlichen zu kreuzen. Die nächste Generation bildet dann gleiche Nachkommen, die bei Gemüsearten gleichmäßige Bestände mit hoher Vitalität bilden. Die männlich sterilen Vaterlinien können entweder genetisch männlich steril sein, wobei hier die Information aus dem Zellkern stammt, oder cytoplasmatisch männlich steril, hier stammt die Information aus dem Cytoplama der Zelle. Beide Vorgänge kommen in der Natur vor und die Mutterlinien werden durch aufwändige Züchtungsverfahren hergestellt. Bei der Protoplastenfusion wird die Information aus dem Zellplasma von zwei verschiedenen Pflanzen in einer Zelle vereinigt. Durch eine künstliche Auflösung der Zellwand werden die Zellbestandteile (Mitochondrien, Chloroplasten) zusammengebracht, wobei die auf den Mitochondrien gespeicherte Information, wie die männliche Sterilität (CMS) auf die andere Zelle übertragen wird. Die Methode der Protoplastenfusion beschleunigt so das Züchtungsverfahren. Bei einigen verwandten Pflanzenarten kann dieser Vorgang auch natürlich stattfinden, wie zum Beispiel bei Kohl (Brassica) und Rettich (Raphanus). Allerdings wäre dieser Weg mit klassischen Züchtungsmethoden mit übermäßigem Arbeits- und Zeitaufwand verbunden.
Bericht von Uwe Hornischer und Steffi Hussmann
eine ausführliche Zusammenfassung im download
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Diskussion: Einsatz von CMS- Hybriden im ökologischen Gemüsebau Im Ökolandbau wird diskutiert wo die Grenzen der Züchtung gesetzt werden sollen. Gentechnik wird im Ökolandbau generell abgelehnt. Bei der Protoplastenfusion wird der Zellkern nicht verändert, jedoch wäre eine Kreuzung über Gattungen und Pflanzenfamilien hinweg denkbar. Zur Zeit wird sie aber nur bei Arten und Gattungen angewendet, die sich auf durch herkömmliche Züchtung kreuzen lassen würden. In der anschließenden Diskussion wurde das Für und Wider dieses Züchtungsverfahrens erörtert. Folgende Argumente wurden vorgebracht:
- CMS-Hybriden bringen uns züchterisch weiter, man sollte sich nicht vor neuen Entwicklungen abschotten
- Bei Kohl haben wir ohne CMS kaum Aussichten auf gute Bio-Sorten
- Der Demeter-Verband lehnt CMS-Züchtung mit Protoplastenfusion ab, dieses könnte zu Verunsicherungen von Kunden bei unterschiedlichen Verbandsrichtlinien führen
- Auch wenn ein Verband das Verfahren ablehnt, müssen andere Verbände nicht zwangsläufig mitziehen
- Die CMS-Züchtung sollte kritisch betrachtet, aber nicht von vornherein abgelehnt werden.
- Wenn wir keine CMS einsetzten dürfen, werden bestimmte Kulturen nicht mehr angebaut. Diese werden dann importiert. Das kann nicht Ziel sein.
- Es müssen EU-weite Regelungen getroffen werden und nicht eine Regelung nur für Deutschland
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