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Hotel für Insekten und Fledermäuse
31.05.2007 - bioland 06/06
Ein schöner Baum in der Hofeinfahrt, Unterschlupf für Fledermäuse, ein vorzeigbarer Bauerngarten oder einfach unversiegelte Wege, wo sich Wasser und Schlamm sammeln können: Für den Naturschutz kann man vieles machen, manchmal sogar mit wenig Aufwand.
Insektenhotel Fotos: B. Petersen
Der Hofbaum prägt und belebt das Bild auf dem Hof. Er bietet nicht nur einen angenehm schattigen Sitzplatz an heißen Sommertagen, sondern filtert auch die Luft - ein großer Baum kann 100 kg Staub im Jahr binden. Ein prächtiger Baum bietet außerdem vielen Tieren einen Lebensraum. An Eichen wurden rund 200 verschiedene Insektenarten gefunden. Und von einer Eiche profitieren noch viele Generationen, denn diese stattlichen Bäume können 1.000 Jahre alt werden!
Ein Bauerngarten sieht nicht nur wunderschön aus, er strotzt auch vor Artenreichtum. Einheimische Stauden und Obstgehölze wechseln sich ab mit Gemüsepflanzen und Krautern, Sommerblumen ergänzen die Vielfalt. Integriert man in den Garten noch einen Reisig- und einen Steinhaufen, eine Blumenwiese und einen Teich, dann finden neben den vielen Insekten und Vögeln, die den Garten sicherlich ohnehin schon nutzen, auch Igel, Amphibien und Eidechsen einen neuen Lebensraum. Unversiegelte Bereiche auf der Hoffläche sind wichtig, nicht nur, damit das Regenwasser besser versickern kann. Schwalben beispielsweise können sich an Schlammpfützen Baumaterial für ihre Nester holen. An trockenen Stellen können Vögel ein Sandbad nehmen. Gerade in den „wilden" Ecken findet sich viel Leben, von der Brennnessel zum Beispiel ernähren sich die Raupen von 21 verschiedenen Falterarten.
Ein Obdach für Nützlinge Es gibt in Deutschland rund 550 Wildbienenarten, von denen allerdings bereits 52 Prozent auf der Roten Liste Deutschlands stehen. Wildbienen bestäuben Ihre Pflanzen und fressen Schädlinge. Sie können dafür sorgen, dass sie nicht komplett verschwinden oder noch mehr von ihnen auf der Roten Liste landen. Errichten Sie an einem sonnigen windgeschützten Ort ein Insektenhotel. Sie bauen aus Hartholz ein Gerüst und füllen dieses anschließend mit Bambus, Stroh- und Schilfhalmen, Holunder-zweigen, morschem Holz, Hartholz mit Bohrlöchern (Durchmesser zwei bis zehn mm] und Ziegeln mit Hohlräumen. Sie können auch einzelne Bereiche mit Lehm verschmieren und das Dach mit Reet decken. Eine schöne Arbeit - auch für Kinder. Es ist spannend zu beobachten, wie emsig die Aktivitäten am Insektenhotel an einem sonnigen Tag sind! Wenn nicht so viel Platz oder Zeit ist, ein komplettes Insektenhotel zu bauen, kann man auch ein Bündel Holunderzweige oder eine mit Bohrlöchern versehene Baumscheibe aufhängen. Stimmt das Nahrungsangebot in der Umgebung, dann lohnt es sich, Nisthilfen für Vögel anzubieten. Nistkästen für Meisen kennt jeder. Aber es gibt auch spezielle Nisthilfen für Hausrotschwanz, Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalben, Baumläufer, Eulen und Greifvögel, Grau- und Fliegenschnäpper, Bachstelzen, Rotkehlchen, Zaunkönige und Heckenbraunellen. Bauanleitungen können bei der Naturschutzberatung am KÖN angefordert werden.
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| Mopsfledermaus | Eine weitere Gruppe der nützlichen Insektenvertilger sind die Fledermäuse, die von uns Menschen selten wahrgenommen werden, weil sie nachtaktiv und ihre Laute für uns nicht hörbar sind. Einige Fledermausarten wie Zwerg- und die Breitflügelfledermaus sind Gebäudebewohner und leben in Nischen und Spalten. Andere dagegen, wie zum Beispiel der Große Abendsegler und die Wasserfledermaus, bevorzugen Baumhöhlen. Es gibt spezielle Fledermauskästen, die den Fledermäusen im Sommer als Ersatzquartier dienen. Man kann aber auch mit relativ einfachen Mitteln, zum Beispiel mit dem Anbringen von Nut-und Federbrettern entlang einer Gebäudekante, ein Quartier schaffen, dass als Sommerquartier und Wochenstube dienen kann. Wenn es auf dem Hofgelände alte Erdkeller oder Bunker gibt, die eine hohe Luftfeuchtigkeit besitzen, können diese als Winterquartier für Fledermäuse ausgebaut werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit einfachen kostengünstigen Maßnahmen wertvolle Lebensräume zu schaffen. Allgemein gilt: je abwechslungs- und strukturreicher Ihr Hof, desto höher die Artenvielfalt!
Birgit Petersen zurück
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Naturschutzberatung für Bio-Betriebe |
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Ein vielseitig gestalteter Hof ist nicht nur ein Paradies für unsere vielen heimlichen Mitbewohner, sondern auch die Visitenkarte für Ihren Bioland-Betrieb. Sie können Ihre Aktivitäten im Naturschutz auch als Werbung für Ihren Hof und Ihre Produkte nutzen! In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen können Bio-Bauern auf eine Naturschutzberatung zurückgreifen. Die Naturschutzberatung unterstützt die Betriebe von den ersten Ideen bis zur Planung und Umsetzung. Das Angebot umfasst:
- Beratung vor Ort zu allen Fragen des Naturschutzes,
- Ideenfindung und -entwicklung für Maßnahmen,
- Organisation und Umsetzung von Leistungen,
- Unterstützung bei der Vermarktung entsprechender Produkte,
- Beratung zu Fördermitteln und Akquise von Geldern,
- Organisation gemeinsamer öffentlichkeitswirksamer Aktionen mit NABU, BUND, der Jägerschaft, Schulen und anderen Gruppen,
- Öffentlichkeitsarbeit,
- Vermittlung bei Problemen mit Vertretern des Naturschutzes.
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