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Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen
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Der Gewinn stimmt
30.07.2010 - bioland 8/10

Der Vergleich mit anderen Biobetrieben liefert oft einen guten Hinweis, wo man mit dem eigenen Betrieb liegt. Wir stellen Ihnen die aktuellen ERgebnisse des bundesweiten Bio-Betriebsvergleiches vor.

Um zu untersuchen, wie wirtschaftlich die Biobetriebe in Deutschland sind, hat der Ökoring auch dieses Jahr wieder die Abschlüsse von 209 Biobetrieben ausgewertet. Der vorliegende Vergleichsbericht für das Wirtschaftsjahr 2008/09 unterscheidet je nach Betriebschwerpunkt folgende Gruppen:

  • 49 Ackerbau-Hackfrucht
  • 22 Ackerbau-Druschfrucht
  • 72 Milchvieh Futterbau
  • 19 Veredelung-Verbund
  • 26 sonstiger Futterbau (Mutterkuh).

 In den Horizontalvergleichen ist der Durchschnitt aller Betriebe ausgewiesen, sowie die 25 Prozent erfolgreichsten und die 25 Prozent weniger erfolgreichen. Als Erfolgsparameter wurde dabei der Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft angesetzt. Diese Kennzahl wurde gewählt, um die Ergebnisse besser mit anderen Auswertungen, wie beispielsweise dem Agrarbericht, vergleichen zu können.

Steuerlast stark angestiegen
Im Gesamtdurchschnitt bewirtschafteten die Betriebe eine Fläche von 105 Hektar LF und hatten einen Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft von 37.496 Euro. Dabei hat das erfolgreiche Viertel durchschnittlich 78.177 Euro Gewinn erwirtschaftet, das weniger erfolgreiche Viertel 10.205 Euro. Die insgesamt recht guten Gewinne waren bedingt durch die in der Ernte 2008 noch relativ hohen Erzeugerpreise. Diese konnten die durchschnittlichen Erntemengen gut abfedern.
Durch ebenfalls gute Gewinne in den Vorjahren stieg die Einkommenssteuerlast im Wirtschaftsjahr 2008/09 stark an. Die Entnahmen für private Steuern stiegen von etwa 9.000 Euro im Wirtschaftsjahr 2005/06 auf rund 29.000 Euro im Wirtschaftsjahr 2008/09. Daraus resultierte eine Eigenkapitalveränderung von durchschnittlich 1.451 Euro, die für ein nachhaltiges Betriebswachstum nicht ausreicht. Die positiven Betriebsergebnisse der vergangenen Jahre führten zu Nettoinvestitionen von durchschnittlich 426 Euro je Hektar LF.

Höchste Nettoinvestitionern bei Hackfruchtbetrieben
Die intensiven Hackfruchtbetriebe hatten mit 43.370 Euro auch in diesem Wirtschaftsjahr den höchsten Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft, wobei die 25 Prozent erfolgreichen Betriebe 111.607 Euro erwirtschaften konnten. Aber selbst in dieser Betriebsgruppe ist die Eigenkapitalentwicklung mit durchschnittlich 2.443 Euro nicht in einer Höhe, wie sie Betriebe mit dieser Faktorausstattung und einem entsprechend hohen Fremdkapitalbedarf brauchten. Die Hackfruchtbetriebe tätigen mit durchschnittlich 621 Euro je Hektar LF auch die höchsten Nettoinvestitionen.

Gute Eigenkapitalentwicklung bei Druschfruchtbetrieben
Die Ergebnisse der Druschfruchtbetriebe entsprechen beinahe denen des Gesamtdurchschnittes, Sie bewirtschaften im Durchschnitt eine Fläche von rund 100 Hektar LF. Der Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft beträgt 37.300 Euro. Die Eigenkapitalentwicklung ist mit 38.935 Euro sehr gut. Das hängt damit zusammen, dass aufgrund ähnlicher Gewinne in den Vorjahren die Steuerlast nicht angestiegen ist und mit fast 60.000 Euro sehr hohe Einlagen in den Betrieb fließen.

Milchviehgewinne durchschnittlich
Die Milchvieh-Futterbaubetriebe bewirtschaften im Schnitt ebenfalls 100 Hektar . LF, von denen rund 75 Prozent als Hauptfutterfläche gelten. Mit 39.019 Euro kann auch hier ein ansprechender Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft realisiert werden. Die Eigenkapitalentwicklung ist wie im Gesamtbetriebsdurchschnitt mit 1.431 Euro jedoch sehr niedrig. Durch die vergleichsweise guten Milchpreise der vergangenen Jahre konnte diese Gruppe endlich wieder in den Betrieb investieren, was sich in durchschnittlichen Nettoinvestitionenvon 375 Euro je Hektar LF niederschlägt.

Geringste Gewinne bei Mutterkühen
Die Mutterkuhbetriebe bewirtschaften 122 Hektar LF, davon sind im Schnitt 92 Hektar Hauptfutterfläche. Diese Gruppe hat traditionell die gering sten Gewinne. Im Wirtschaftsjahr 2008/09 waren es 17.704 Euro. Die niedrigen Gewinne in dieser Gruppe begründen sich durch die extensive Bewirtschaftung. Oftmals liegen diese Betriebe in Mittelgebirgslagen und/oder werden im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Veredelung lohnt sich
Der gesamte Bereich der Veredelung ist im Biolandbau noch etwas unterrepräsentiert. Deshalb ist diese Gruppe auch sehr heterogen. Hier sind alle Schweine- und Geflügelbetriebe zusammengefasst. Eine weitere Differenzierung wäre auf Grund der geringen Gruppeng röße nur we'nig sinnvoll. Mit 42.341 Euro Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft sind die Veredelungsbetriebe jedoch auf einem Niveau mit den Hackfruchtbetrieben.

Fazit
Der Durchschnitt der 209 ausgewerteten Betriebe hat mit 37.496 Euro einen im Vergleich zu den Vorjahren durchschnittlichen Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft erwirtschaftet,wobei die Schere zwischen den erfolgreichen und weniger erfolgreichen Betrieben in den letzten Jahren immer weiter auseinander zu gehen scheint.  Auf Grund einer hohen Steuerlast waren die privaten Entnahmen im Wirtschaftsjahr 2009/10 sehr hoch,so dass die Eigenkapitalbildung dementsprechend gering war.
Bedingt durch die guten Gewinne der letzten Jahre haben die Betriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr verstärkt investiert. Die Nettoinvestitionen stiegen von 49 Euro je Hektar LF im Wirtschaftsjahr 2005/06 auf 370 Euro je Hektar LF im Wirtschaftsjahr 2008/2009.

Harald Rasch
Ökoring Niedersachsen

Ergebnisse des Bioetriebsvergleiches für das Wirtschaftsjahr 2008/09

+ 25% Ø - 25%
alle Betriebe
Gewinn + Personalaufwand / AK €/AK

78.177

37.496

10.205

Eigenkapitalv. b. Unternehmer

49.143

1.451

-14.096

Nettoinvestitionen

€/ha LF

726

426

197

Landwirtschaftliche Fläche ha

120

105

60

Ackerbau-Hackfrucht
Gewinn + Personalaufwand / AK €/AK

111.607

43.370

20.364

Eigenkapitalv. b. Unternehmer

46.934

2.443

-35.918

Nettoinvestitionen

€/ha LF

1.240

621

400

Landwirtschaftliche Fläche ha

140

133

154

Ackerbau-Druschfrucht
Gewinn + Personalaufwand / AK €/AK

78.683

37.300

10.200

Eigenkapitalv. b. Unternehmer

49.115

38.935

3.015

Nettoinvestitionen

€/ha LF

505

675

-61

Landwirtschaftliche Fläche ha
Milchvieh-Futterbau
Gewinn + Personalaufwand / AK €/AK

76.298

39.019

13.099

Eigenkapitalv. b. Unternehmer

20.510

1.431

-9.822

Nettoinvestitionen

€/ha LF

294

375

406

Landwirtschaftliche Fläche ha

139

100

63

Mutterkuh
Gewinn + Personalaufwand / AK €/AK

31.242

17.704

-9.168

Eigenkapitalv. b. Unternehmer

-11.058

-9.579

-16.644

Nettoinvestitionen

€/ha LF

251

121

-276

Landwirtschaftliche Fläche ha

276

122

59

Veredelung
Gewinn + Personalaufwand / AK €/AK

69.161

43.341

18.438

Eigenkapitalv. b. Unternehmer

47.429

-1.670

-76.881

Nettoinvestitionen

€/ha LF

565

952

3.044

Landwirtschaftliche Fläche ha

66

58

51

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Der Ökoring Niedersachsen
wertet seit sechs Jahren im Rahmen eines Projektes des Bundesprogramms Ökologischer Landbau die Buchabschlüsse von Biobetrieben aus dem gesamten Bundesgebiet aus.

 
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