Bio-Zuckerrübenanbau in Niedersachsen
Anbaudatenerhebung und Auswertung 2017 bis 2019

Die Bio-Zuckerrübenproduktion kann ein wichtiger Baustein der Betriebsplanung sein. Doch neben vielen Vorteilen stellt sie den Betriebsleiter auch vor eine Reihe von Herausforderungen. Das haben die Datenauswertungen im Rahmen eines Projektes bestätigt. Bio-Zuckerrüben aus Niedersachsen sind von einem großen norddeutschen Zuckerwerk gefragt und die Abnahme wird mit Verträgen abgesichert. Auf der anderen Seite ist die ökologische Unkrautbekämpfung anspruchsvoll.

Das KÖN hat in den Jahren 2017 bis 2019 Anbaudaten von Betrieben erhoben und ausgewertet. Dafür wurden die pflanzenbaulichen Parameter des Standortes und des Anbaus erfasst:

  • Standort: Bodenart Nährstoffgehalte, Vorfrucht
  • Bodenbearbeitung und Saat: Aussaatdatum, Ablagetiefe, Reihenweite und Sorte
  • Düngung: Grund- und organische Dünger, Datum, Art und Menge
  • Pflege: Striegeln, Abflammen, Hacken, Termine,
  • Handarbeit: Stunden/ ha und Aufwand

Aktualisiert am 23.4.2020

2017 wurden 13 Betriebe in Niedersachsen mit Flächen zwischen 1,5 ha und 18 ha (zusammen rund 100 ha) ausgewertet. Dies entsprach der Hälfte bis 70 Prozent der Bio-Zuckerrübenfläche in Niedersachsen.

2018 wurden Daten aus 14 Betrieben von 20 Schlägen ausgewertet. Die Anbauflächen der Betriebe waren zwischen 1,4 ha und 47,5 ha groß. Es flossen Anbaudaten von insgesamt 163 ha in die Auswertung ein.

2019 wurden insgesamt 93 ha von 11 Betrieben und 18 Zuckerrübenflächen ausgewertet.

Aussaattermine
Die Keimung des Rübensamens beginnt mit 5 bis 6°C. Für einen schnellen und gleichmäßigen Aufgang werden Bodentemperaturen von 10 bis 12°C benötigt. Ein verzögertes Auflaufen der Rübe kann zu einem Wachstumsvorsprung der Beikräuter führen und einen höheren Unkrautbekämpfungsaufwand verursachen.

Die Aussaat erfolgte ab der zweiten Aprilwoche mit einem Schwerpunkt zwischen dem 17. April und 21. April.

Sorten
In den drei betrachteten Jahren war die seit 2012 zugelassen Sorte „Hannibal“ insgesamt die stabilste und beliebteste Sorte. Das Saatgut für den Bio-Rübenanbau stammt aus ökologischer Vermehrung, wobei das Bio-Sortenangebot von Jahr zu Jahr wuchs.
2017 standen aus ökologischer Vermehrung die Sorten „Finola“ und „Hannibal“ zur Verfügung.
2018 waren mit der neuen Sorte „Annarosa“, sowie „Danicia“ und „Kleist“ neben „Finola“ und „Hannibal“ bereits fünf Bio-Zuckerrübensorten am Markt. Am beliebtesten waren „Finola“ und „Hannibal“. Die Sorte „Hannibal“ wurde auf acht Flächen mit zusammen 46 ha angebaut. Die Sorte „Finola“ wurde auf fünf der ausgewerteten Flächen bzw. auf insgesamt 75 ha ausgesät.
2019 wurde „Finola“ vom Züchter aus der Bio-Vermehrung genommen und die neue Sorte Marley wurde öko-vermehrt und angeboten. Die Sorten „Annarosa“ und „Marley“ wurden auf über der Hälfte der Flächen ausgesät.

„Finola“ und „Hannibal“ waren in den Jahren 2017 und 2018 die meist verwendeten Zuckerrübensorten. 2019 teilten sich insgesamt sechs Sorten die Flächen und „Annarosa“ legte zu.

Düngung
Hühnertrockenkot (HTK): Die Zuckerrüben 2018 gerne mit Hühnertrockenkot (HTK) gedüngt. Auf rund 100 ha Anbaufläche wurden durchschnittlich 4 t/ha ausgebracht. Die ausgebracht N-Menge lag damit bei ca. 60 kg N/ha.

Rindermist und Rindergülle wurden in allen drei Jahren ausgebracht. Mit dem in vielen Betrieben verfügbaren Rindermist wurden 40 bis 80 kg N/ha gedüngt.

Haarmehlpellets und Kompost: Die N-Versorgung mit Haarmehlpellets im Frühjahr wird von wenigen Betrieben als Düngungskonzept favorisiert, ebenso wie die Düngung mit Kompost.

Flüssige Dünger wie Gülle oder Gärsubstrat wurden zwischen 15 bis 35m³/ha ausgebracht.

Gärreste: Bei der Düngung mit Gärresten wurden 2018 im Durchschnitt rund 28t/ha ausgebracht. Das entsprach 80 bis 130 kgN/ha. 2017 und 2019 waren es durchschnittlich 18t/ha und 80 kg N/ha.

Für die Zuckerrübe gilt ein Nährstoff-Sollwert von 160 kg N/ha. Viele Bio-Betriebe konnten diesen Wert mit betriebseigenem Wirtschaftsdünger nicht erreichen. Sie setzten zugekauften Wirtschaftsdünger oder Handelsdünger ein. Ein Drittel der Düngungsmaßnahmen erfolgte schon im Herbst zur Zwischenfrucht vor der Zuckerrübe, um einen erhöhten Vorfrucht-Effekt und bessere Bodenfruchtbarkeit zu erreichen.

Auch mit Kali wurde in den drei ausgewerteten Jahren unterschiedlich intensiv gedüngt. Waren es 2017 101 kg K2O5/ha und ein Jahr später 84kg K2O5/ha, so lag im Anbaujahr 2019 der Wert bei 119 kg K2O5/ha. Besonders auch über Gülle, Gärreste und Grünkompost wird Kali ausgebracht.

Auf den ausgewerteten Bio-Zuckerrübenflächen wurden in den drei Jahren 16 verschiedene Dünger eingesetzt. Über diese drei Jahre betrachtet kamen Rindergülle, Rindermist, Gärreste und Hühnertrockenkot am häufigsten zum Einsatz.

Mit Hühnertrockenkot (HTK) wurden 2018 knapp 100 Hektar Bio-Zuckerrüben gedüngt. In den beiden Versuchsjahren davor und danach waren es lediglich rund 30 Hektar.

In den Anbaujahren 2017 und 2018 wurden im Durchschnitt 84 bzw. 81 kg N/ha aufgebracht. Im Jahr 2019 waren es mit durchschnittlich 95 kg N/ha rund 15 % mehr Stickstoff pro Hektar.

Die Bio-Zuckerrüben wurden auch mit Kali versorgt. Der Wert lag zwischen 84 kg im Jahr 2018 und knapp 120 kg im Jahr 2019.

Manuelle Unkrautbekämpfung
Das manuelle Hacken und Jäten der Saat- bzw. Pflanzenreihe ist der größte Aufwandsposten im ökologischen Zuckerrübenanbau. Das Hacken und Jäten beginnt mit dem 2-3-Blattstadium bzw. im BBCH-Stadium 12-19.
In den Bio-Zuckerrüben wurde pro Hektar zwischen 50 und 350 Stunden mit der Hand gehackt. Auf den meisten Flächen waren es zwischen 100 und 200 Stunden.
Saisonale Einflüsse spielen eine entscheidende Rolle bei der Unkrautbekämpfung. Im nassen Jahr 2017 wurden mit durchschnittlich 170 Std/ha die höchsten Aufwendungen ermittelt. Am relativ geringsten waren sie mit 139 Stunden im trockenen Sommer 2018. Das Jahr 2019 war nicht so stark von trockener Witterung geprägt wie das Vorjahr, der Aufwand lag im Schnitt bei 157 Stunden pro Hektar.

Der Aufwand für das manuelle Hacken ist abhängig von der Witterung. In nassen Jahren wird mehr gehackt als in trockenen Jahren.

Die Ergebnisse stammen aus dem Projekt „Anbaudatenerhebung und Auswertung zu Bio-Zuckerrüben“, Projektlaufzeit 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2019, gefördert vom Land Niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Abfrage und Auswertung der Daten: Ulrich Ebert, KÖN. Die Projektergebnisse werden auf dieser Seite bis zum 31.12.2025 frei zugänglich bleiben.

Zuckerrübenanbau 2018: Weniger Unkraut

Im Jahr 2018 hat das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen zum zweiten Mal Anbaudaten von Öko-Zuckerrübenflächen in Niedersachsen abgefragt und ausgewertet. Insgesamt wurden Daten von 20 Schlägen von 14 Betrieben ausgewertet. Das sind eine Rüben-Anbaufläche von 163,18 ha, eine durchschnittliche Schlaggröße von 8,16 ha und 40 Prozent der Bio-Rübenfläche Norddeutschlands. Die Rübenanbaufläche auf den einzelnen Bio-Betrieben schwankte zwischen 1,4 ha und 47,5 ha.

Standort. Die Anbauflächen lagen überwiegend in Ost- und Südniedersachsen. Schwerpunkt waren Sandböden und sandige Lehme in Nord- und Ostniedersachsen sowie die klassischen Rübenstandorte in Südhannover und Südniedersachsen.

Über einen Fragenbogen wurden von den Betrieben Eckdaten des Standortes und die Aufwendungen für Kulturführung und Pflege des Bio-Rübenbestandes abgefragt:

  • Standort: Bodenart Nährstoffgehalte, Vorfrucht
  • Bodenbearbeitung und Saat: Datum der Aussaat, -stärke, Ablagetiefe, Reihenweite, Ablageabstand und Sorte
  • Nährstoffversorgung und Düngung: Grund- und organische Dünger, Datum, Art und Menge
  • Pflege: Striegeln, Abflammen, Hacken, Termine
  • Handarbeit: Stunden/ ha und Aufwand

Die Kosten für die Handhacke wirkten sich entscheidend auf das wirtschaftliche Ergebnis aus. Insgesamt waren die Aufwendungen für die unter der Kalkulations-Faustzahl von 150 h/ha. Das lag an der ausgeprägten Trockenheit des Jahres.

Von den zehn Betrieben mit dem höchsten Ertrag nutzten sieben Betriebe eine Beregnungsanlage. Die Zuckerrübe hat mit rund 3.200 Euro/ha variablen Kosten – darunter durchschnittlich 140 Handarbeitsstunden á 12,50 Euro/Std – hohe Erzeugungskosten, die durch Beregnungsanlagen abgesichert werden sollten.

Die überdurchschnittlichen Zuckergehalte, bedingt durch die hohe Sonneneinstrahlung, bedeuteten auch gute Erzeugerpreise.

Aussaat. Das Frühjahr 2018 war durch eine lange Kälteperiode im März geprägt, so dass die Aussaaten überwiegend zwischen dem 18. und dem 21. April erfolgten. Eine frühe Aussaat und ein verzögertes Auflaufen der Rübe verschafften den Beikräutern auf einigen Flächen einen relativen Wachstumsvorsprung. Das hatte einen höheren Aufwand für die Unkrautbekämpfung zur Folge. Rübensamens beginnt bei 5 bis 6°C zu keimen. Für ein schnelles und gleichmäßigen Aufgang werden Temperaturen von 10 bis 12°C benötigt.

Unkrautbekämpfung. Die Handhacke bzw. Handjäte in der Pflanzenreihe beginnt nach dem ersten Hackmaschineneinsatz in den Rübenbeständen ab dem 3-Blattstadium bzw. im BBCH Stadium 12-19. Die Spanne der Aufwendungen lag zwischen 58 Std/ha bis zu 300 Std/ha. Im Mittel wurden 139 Std/ha für die manuelle Unkrautbekämpfung aufgewendet. Die Mehrzahl der Flächen lag entsprechend zwischen 100 und 180 Std/ha.

Sortenwahl. Im Anbaujahr 2018 waren aus der Bio-Vermehrung fünf Sorten im Angebot. Die Sorte „Finola“ wurde auf den ausgewerteten Betrieben auf fünf Flächen bzw. insgesamt auf 75 ha ausgesät. Es folgten die Sorte „Hannibal“ auf acht Flächen mit zusammen 45,73 ha, „Annarosa“ auf vier Flächen mit 18,9 ha, „Danicia“ auf drei Flächen mit 17,26 ha und „Kleist“ auf drei Flächen mit 6,6 ha.

Düngung. Gedüngt wurden die meisten Rübenflächen mit Hühnertrockenkot (HTK).

 Auf fast 100 ha Anbaufläche wurde Hühnertrockenkot ausgebracht. Gärreste und Rindergülle wurde jeweils auf 16 Prozent bzw. 11 Prozent der Anbauflächen ausgebracht.

Die ausgebrachte N-Menge je Hektar lag im Falle der HTK-Düngung bei rund 4t/ha bzw. ca. 60 kgN/ha. Bei der Düngung mit Gärresten wurden im Durchschnitt rund über 28t/ha jeweils ca. 80-120 kg N/ha ausgebracht. Die Flächen die mit Gülle versorgt wurden, hatten im Durchschnitt mit 22,5 t eine Düngung von ca. 110 kgN/ha.

Stickstoff. Im Durchschnitt der Rübenanbauflächen wurde insgesamt 77 kg N/ha über Wirtschaftsdünger gedüngt.

Düngezeitpunkt. Rund die Hälfte der HTK-Gaben erfolgte dabei bereits im Herbst zur Zwischenfrucht, ebenso wie der Grüngut–Kompost, der als langsam wirkender Dünger zum Teil erst im Folgejahr seine Wirkung entfaltet. Gärreste, Gülle und weitere HTK Gaben wurden im Frühjahr vor der Saat ausgebracht.

Zuckerrübenanbau 2017: Viel Handarbeit
Anbaudatenerhebung und Auswertung zu Bio-Zuckerrüben 2017

2017 wurden vom KÖN die Anbaudaten von Öko-Zuckerrüben von Betrieben in Niedersachsen abgefragt und ausgewertet. Hintergrund war, dass nach jahrelanger Pause in Niedersachsen wieder die Verarbeitung von Bio-Zuckerrüben aufgenommen wurde. Viele Landwirte sind jedoch unsicher, die pflanzenbaulichen Herausforderungen und Risiken des Bio-Rübenanbaus richtig einzuschätzen. Die Unkrautbekämpfung ist bei Bio-Zuckerrüben der größte Unsicherheitsfaktor, der große arbeitswirtschaftliche und ökonomische Auswirkungen hat. Um ein klareres Bild von den Herausforderungen zu bekommen, hat das KÖN das Projekt „Anbaudatenerhebung und Auswertung Bio-Zuckerrüben 2017“ umgesetzt und veröffentlicht hier die wichtigsten Ergebnisse.

Über einen Fragenbogen wurden Eckdaten des Standortes und des Bio-Rübenanbaus erfasst und ausgewertet. Das waren Adressdaten, Standortdaten (Bodenart Nährstoffgehalte, Vorfrucht), Daten der Bodenbearbeitung und Saat (Datum, Saatstärke, Ablagetiefe, Reihenweite, Ablageabstand und Sorte). Es wurde Fragen zur Nährstoffversorgung und Düngung gestellt (Grund- und organische Dünger, Datum, Art und Menge), zur Pflege (Striegeln, Abflammen, Hacken, Termine) sowie zum Anteil der Handarbeit daran (Stunden/ ha).

24 Zuckerrübenerzeuger, darunter sind auch Erzeuger in Schleswig-Holstein und Sachsen Anhalt, lieferten 2017 Bio-Rüben an die niedersächsische Zuckerrübenfabrik. Dafür wurde Zuckerrüben auf rund 200 ha ausgesät. Für die Anbaudatenerhebung konnten die Daten von 13 Betrieben aus diesem Kreis erfasst und ausgewertet werden.

Standorte: Die Zuckerrüben-Anbauflächen für die niedersächsische Verarbeitung lagen 2017 überwiegend in Ost- und Südniedersachsen. Schwerpunkte waren Sandböden und sandige Lehme in Nord- und Ostniedersachsen sowie die klassischen Rübenstandorten in Südhannover und Südniedersachsen.

Flächen: Die 13 Betriebe, deren Daten erfasst wurden, brachten rund 100 ha Anbaufläche ein. Die Größe der Zuckerrüben-Anbauflächen lag in den 13 Betrieben zwischen 1,5 und 18 ha. Im Mittel wurden knapp 8 ha Zuckerrüben pro Betrieb angebaut.

Bodenqualität: Die Mehrzahl der Standorte der Bio-Zuckerrüben 2017 waren mittlere Böden mit Bodenmesszahlen zwischen 30 und 65 Bodenpunkten (BP).

Aussaat: Die Grundbodenbearbeitung für den Zuckerrübenanbau erfolgte überwiegend im Herbst, im September und Oktober 2016. Ein zweiter Schwerpunkt war Mitte März 2017. Wegen des trockenen und warmen Wetters im März 2017 haben viele Landwirte die Zuckerrüben früh ausgesät. Erster Aussaattermin war der 3. April 2017. Schwerpunkt der Aussaat war die Woche vor Ostern zwischen dem 10. und dem 15. April 2017. Die Rüben hatten im Verlauf des Aprils dann wegen der niedrigen Bodentemperaturen eine längere Auflaufphase.

Düngung: Im Durchschnitt wurden rund 100 kg/ha Kali und knapp 90 kg/ha Stickstoff über verschiedene organische Dünger ausgebracht. Die Nährstoffgaben lagen bei Stickstoff zwischen 45 kg/ha und 200 kg/ha und bei Kali zwischen 25 und 210 kg/ha. Die überwiegend genutzten Dünger waren Hühnertrockenkot (HTK) und Haarmehlpellets (HMP). HTK wurden mit 2 bis 4 t/ha ausgebracht und HMP mit 4 dt/ha. Auch mit Rindermist, Fruchtwasser, Gülle oder Gärsubstrat wurden auf einzelnen Flächen gedüngt.

1. Handhacke: Acht der 13 Betriebe, die Daten lieferten, gaben auch ihren Aufwand für das manuelle Hacken an. Die Handhacke in der Pflanzenreihe beginnt nach dem Auflaufen der Rübenbestände und dem ersten Hackmaschineneinsatz. Die ersten Termine waren in der zweiten Maiwoche, ab dem 8. Mai. Das Jäten der ersten Unkrautwelle war auch bei den späteren Aussaaten in der ersten Juniwoche beendet.

2. Handhacke: Die zweite manuelle Unkrautbekämpfungsphase wurde zwischen Ende Mai und Anfang Juli durchgeführt.

3. Handhacke: Auf einigen Flächen war eine dritte Handjäte im Zuckerrübenbestand nötig. Sie wurde je nach Entwicklungstand zwischen dem 10. Juni und Ende Juli durchgeführt. Der Aufwand mit der Hand zu hacken lag zwischen 110 Std/ha und 270 Std/ha. Im Mittel waren es 174 Std/ha.

1. Maschinenhacke: Die Flächen wurden in der Regel an drei bis vier Terminen mit der Maschinenhacke bearbeitet. Nach dem relativ späten Auflauftermin 2017 erfolgt die erste Maschinen-Hacke ab dem 5. Mai, sobald die Rüben deutlich sichtbar wurden.

2. Maschinenhacke: In der Regel wurde die zweite Hacke je nach Verunkrautung nach der ersten Handhacke zwischen dem 8. Mai und – bei späten Beständen – bis zum 20. Juni durchgeführt.

3. Maschinenhacke: Ein dritter Einsatz erfolgte meist kurz vor dem Schließen des Bestandes. Bei frühen Beständen wurde die dritte Maschinenhacke bereits am 25. Mai durchgeführt, bei späteren Beständen bis zum 18. Juni. Der Bearbeitungsbereich mit maschinellen Pflegegeräten (Hackmaschine) beschränkt sich in wachsenden Beständen auf den Zwischenreihenabstand, wobei ein „Kultur-Schonstreifen“ von mindestens 4 bis 5 cm unbearbeitet bleibt. Dies macht den Einsatz der Handhacke notwendig.

4. Maschinenhacke: Auch eine vierte Maschinenhacke wurde auf einzelnen Flächen durchgeführt.

5. Maschinenhacke: Auf zwei Flächen war sogar ein fünfter Maschineneinsatz notwendig.

Fazit: Von großer Bedeutung für den Erfolg des Bio-Zuckerrübenanbaus sind die Arbeitserledigungskosten. Die Höhe der Kosten für die Handhacke wirkt sich dabei entscheidend auf das wirtschaftliche Ergebnis aus. Bisherige Erfahrungswerte im Bio-Zuckerrübenanbau zeigten einen Arbeitszeitbedarf von 120 bis 150 Akh/ha (1. Hacke ca. 85 Akh/ha, 2. Hacke ca. 45 Akh/ha, 3. Hacke ca. 20 Akh/ha). Die Handarbeitsstunden den dieser Ausgewertung 2017 lagen mit durchschnittlich 174 Std/ha deutlich über dem erwarteten Aufwand. Auf einigen Flächen wurde angesäten Bestände wegen des im Verlauf absehbaren zu hohen Unkrautbekämpfungsaufwandes umgebrochen.

Die Auswertung der Anbaudaten hat die Schwierigkeiten des Beikraut-Managements im kalten Frühjahr 2017 mit der verzögerten Jugendentwicklung der Zuckerrübe deutlich widergespiegelt. Frühe Aussaat und verzögertes Auflaufen bedeuteten auf vielen Flächen einen höheren Unkrautbekämpfungsaufwand. Die Maßnahmen der Unkrautbekämpfung sollten bereits weit vor der Saat beginnen mit Fruchtfolgestellung, Grundbodenbearbeitung und der Saatbettbereitung.

Die Ergebnisse stammen aus dem Projekt „Anbaudatenerhebung und Auswertung zu Bio-Zuckerrüben“, Projektlaufzeit 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2019, gefördert vom Land Niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Abfrage und Auswertung der Daten: Ulrich Ebert, KÖN. Die Projektergebnisse werden auf dieser Seite weiter ergänzt und bleiben bis zum 31.12.2025 frei zugänglich.

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