Zuckerrübenanbau 2018: Weniger Unkraut

Im Jahr 2018 hat das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen zum zweiten Mal Anbaudaten von Öko-Zuckerrübenflächen in Niedersachsen abgefragt und ausgewertet. Insgesamt wurden Daten von 20 Schlägen von 14 Betrieben ausgewertet. Das sind eine Rüben-Anbaufläche von 163,18 ha, eine durchschnittliche Schlaggröße von 8,16 ha und 40 Prozent der Bio-Rübenfläche Norddeutschlands. Die Rübenanbaufläche auf den einzelnen Bio-Betrieben schwankte zwischen 1,4 ha und 47,5 ha.

Standort. Die Anbauflächen lagen überwiegend in Ost- und Südniedersachsen. Schwerpunkt waren Sandböden und sandige Lehme in Nord- und Ostniedersachsen sowie die klassischen Rübenstandorte in Südhannover und Südniedersachsen.

Über einen Fragenbogen wurden von den Betrieben Eckdaten des Standortes und die Aufwendungen für Kulturführung und Pflege des Bio-Rübenbestandes abgefragt:

  • Standort: Bodenart Nährstoffgehalte, Vorfrucht
  • Bodenbearbeitung und Saat: Datum der Aussaat, -stärke, Ablagetiefe, Reihenweite, Ablageabstand und Sorte
  • Nährstoffversorgung und Düngung: Grund- und organische Dünger, Datum, Art und Menge
  • Pflege: Striegeln, Abflammen, Hacken, Termine
  • Handarbeit: Stunden/ ha und Aufwand

Die Kosten für die Handhacke wirkten sich entscheidend auf das wirtschaftliche Ergebnis aus. Insgesamt waren die Aufwendungen für die unter der Kalkulations-Faustzahl von 150 h/ha. Das lag an der ausgeprägten Trockenheit des Jahres.

Von den zehn Betrieben mit dem höchsten Ertrag nutzten sieben Betriebe eine Beregnungsanlage. Die Zuckerrübe hat mit rund 3.200 Euro/ha variablen Kosten – darunter durchschnittlich 140 Handarbeitsstunden á 12,50 Euro/Std – hohe Erzeugungskosten, die durch Beregnungsanlagen abgesichert werden sollten.

Die überdurchschnittlichen Zuckergehalte, bedingt durch die hohe Sonneneinstrahlung, bedeuteten auch gute Erzeugerpreise.

Aktualisiert am 03.04.2019

Aussaat. Das Frühjahr 2018 war durch eine lange Kälteperiode im März geprägt, so dass die Aussaaten überwiegend zwischen dem 18. und dem 21. April erfolgten. Eine frühe Aussaat und ein verzögertes Auflaufen der Rübe verschafften den Beikräutern auf einigen Flächen einen relativen Wachstumsvorsprung. Das hatte einen höheren Aufwand für die Unkrautbekämpfung zur Folge. Rübensamens beginnt bei 5 bis 6°C zu keimen. Für ein schnelles und gleichmäßigen Aufgang werden Temperaturen von 10 bis 12°C benötigt.

Unkrautbekämpfung. Die Handhacke bzw. Handjäte in der Pflanzenreihe beginnt nach dem ersten Hackmaschineneinsatz in den Rübenbeständen ab dem 3-Blattstadium bzw. im BBCH Stadium 12-19. Die Spanne der Aufwendungen lag zwischen 58 Std/ha bis zu 300 Std/ha. Im Mittel wurden 139 Std/ha für die manuelle Unkrautbekämpfung aufgewendet. Die Mehrzahl der Flächen lag entsprechend zwischen 100 und 180 Std/ha.

Sortenwahl. Im Anbaujahr 2018 waren aus der Bio-Vermehrung fünf Sorten im Angebot. Die Sorte „Finola“ wurde auf den ausgewerteten Betrieben auf fünf Flächen bzw. insgesamt auf 75 ha ausgesät. Es folgten die Sorte „Hannibal“ auf acht Flächen mit zusammen 45,73 ha, „Annarosa“ auf vier Flächen mit 18,9 ha, „Danicia“ auf drei Flächen mit 17,26 ha und „Kleist“ auf drei Flächen mit 6,6 ha.

Düngung. Gedüngt wurden die meisten Rübenflächen mit Hühnertrockenkot (HTK).

 Auf fast 100 ha Anbaufläche wurde Hühnertrockenkot ausgebracht. Gärreste und Rindergülle wurde jeweils auf 16 Prozent bzw. 11 Prozent der Anbauflächen ausgebracht.

Die ausgebracht N-Menge je Hektar lag im Falle der HTK-Düngung bei rund 4t/ha bzw. ca. 60 kgN/ha. Bei der Düngung mit Gärresten wurden im Durchschnitt rund über 28t/ha jeweils ca. 80-120 kg N/ha ausgebracht. Die Flächen die mit Gülle versorgt wurden, hatten im Durchschnitt mit 22,5 t eine Düngung von ca. 110 kgN/ha.

Stickstoff. Im Durchschnitt der Rübenanbauflächen wurde insgesamt 77 kg N/ha über Wirtschaftsdünger gedüngt.

Düngezeitpunkt. Rund die Hälfte der HTK-Gaben erfolgte dabei bereits im Herbst zur Zwischenfrucht, ebenso wie der Grüngut–Kompost, der als langsam wirkender Dünger zum Teil erst im Folgejahr seine Wirkung entfaltet. Gärreste, Gülle und weitere HTK Gaben wurden im Frühjahr vor der Saat ausgebracht.

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