Pressemitteilung

Ökolandbau in den niedersächsischen Landkreisen 2021 – Der Nordosten entwickelt sich gut – der Westen stagniert

Visselhövede (14.7.2021). Lüchow-Dannenberg, der Heidekreis und Lüneburg sind 2021 die niedersächsischen Landkreise mit dem höchsten Anteil Ökolandbau. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg kommt auf 19,1 Prozent Öko-Fläche und hat gegenüber 2020 um gut 1.070 Hektar oder 2,4 Prozentpunkte zugenommen. Der Heidekreis hat 13,4 Prozent und der Landkreis Lüneburg 13,2 Prozent Öko-Flächenanteil. Beide Landkreise legten gegenüber 2020 etwa einen Prozentpunkt zu.

Nachfrage zieht Umstellung auf Ökolandbau nach sich
„Wo es viel Ökolandbau gibt, wie im Wendland, gibt es auch viele Bio-Lebensmittel-hersteller“, sagt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des „Kompetenznetzwerk Ökolandbau Niedersachsen“ (i-KÖN). „Wenn die Verbrauchernachfrage nach Öko-Produkten steigt, suchen die Lebensmittelhersteller mehr Öko-Waren, zum Beispiel regionales Backgetreide, und dann stellen Landwirte auch auf Ökolandbau um. Die Nachfrage entscheidet über die Umstellungsbereitschaft der landwirtschaftlichen Betriebe.“

In der Corona-Pandemie kaufen Haushalte deutlich mehr Bio-Lebensmittel
2020 war ein außergewöhnlich starkes Bio-Jahr. Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland gaben laut Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft 22 Prozent mehr Geld für Bio-Lebensmittel aus. Davon profitierte auch der niedersächsische Ökolandbau, der besonders erfolgreich bei Eiern, Äpfeln und Kartoffeln ist. Fast jedes zweite in Deutsch-land gelegte Bio-Ei stammt aus Niedersachsen und jeder vierte Bio-Apfel und jede vierte Bio-Kartoffel.

Noch mehr Öko-Flächengewinner
Nach dem Landkreis Lüchow-Dannenberg mit 1.070 Hektar neuer Ökofläche 2021 steht auf Platz zwei der Flächengewinner der Landkreis Gifhorn mit 840 Hektar. Der Landkreis Uelzen kann sich über ein Plus von 770 Hektar freuen und der Landkreis Friesland über 730 Hektar neue Öko-Fläche.

Drei Landkreise verlieren Öko-Fläche
Drei Landkreise in Niedersachsen haben 2021 jedoch Öko-Fläche verloren: der Land-kreis Ammerland 140 Hektar, der Landkreis Cloppenburg 100 Hektar und der Landkreis Emsland 20 Hektar. „Das hat meist individuelle Gründe. Öko-Betriebe verlieren ihre Flächen, weil zum Beispiel Pachtverträge auslaufen und nicht verlängert werden. Auch werden in Einzelfällen Betriebe aufgegeben, verkauft oder verpachtet, weil die Betriebsinhaberinnen und -inhaber keinen Nachfolger in der Familie finden“, erläutert Carolin Grieshop. In den Landkreisen Ammerland, Cloppenburg und Emsland ist der Anteil des Ökolandbaus an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche mit 1,5, 0,7 und 1,6 Prozent gering. „Da hat es der Ökolandbau auch deshalb schwer, weil die Abnahmestrukturen dünn sind“, sagt Grieshop.

Zögerliche Baugenehmigungen bremsen Umstellung auf Ökolandbau
Seit vielen Jahren schon entwickelt sich der Ökolandbau im Nordosten Niedersachsens besser als im Westen. Das habe zum einen historische Gründe wie etwa im Wendland, erklärt Carolin Grieshop. Zum anderen sei es die Tierhaltung im Westen, die es umstellungsinteressierten Betrieben schwer mache. Für den Umbau des Stalls zum Öko-Stall oder einen Stallneubau brauchen sie Baugenehmigungen, und die seien in vielen Landkreisen derzeit nicht zu bekommen. Außerdem ist im Ökolandbau die Tierhaltung an die Flächen gebunden. Betriebe, die nicht ausreichend Fläche haben, können nur umstellen, wenn sie ihren Tierbestand verkleinern. An diese Vorstellung müssten sich einige Betriebe erst gewöhnen, so Grieshop. Für die kommenden Jahre sieht Carolin Grieshop jedoch kontinuierliches Wachstum des Ökolandbaus auch im Westen Niedersachsens.

Die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Heidekreis und Osterholz haben einen Öko-Flächenanteil von über zehn Prozent. Spitzenreiter ist der Kreis Lüchow-Dannenberg mit 19 Prozent Ökofläche. Grafik: i-KÖN

Hinweis: Das ML verpflichtet uns, darauf hinzuweisen, dass die „Zuordnung der Flächen zum Betriebssitz im jeweiligen Landkreis, wovon die tatsächliche Lage der Flächen abweichen kann, –  insbesondere auf die noch nicht erfolgten Prüfungen der vorgenannten Antragsangaben, z.B. bezüglich der ggf. noch ausstehenden Teilnahme am Öko-Kontrollsystem bei Erstantragstellern*innen, und auf die daraus ggf. noch resultierenden Schwankungen/Verschiebungen bei den tatsächlichen Betriebszahlen und Flächenumfängen mit Angabe der zuvor skizzierten möglichen Ursachen ist in den Veröffentlichungen hinzuweisen.“

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