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Niedersachsen - ein grünes Land


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VON ANN-KATHRIN SEIDEL

Jeder dritte Bioapfel und jedes dritte Bioei kommen aus Niedersachsen.
Foto: Pixelio

Die Biobranche ist und bleibt ein Wachstumsmarkt. Auch wenn der Boom der Jahre 1999 bis 2004 abgeflaut ist, liegt die ökologische weiterhin vor der konventionellen Landwirtschaft.  Wie der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft kürzlich bekannt gab, werden bereits 5,6 Prozent der deutschen Ackerflächen für ökologischen Landbau genutzt.
In Niedersachsen bewirtschaften mehr als 1300 Ökolandwirte eine Fläche von etwa 75000 Hektar. Die Schwerpunkte der hiesigen Betriebe liegen auf Getreide, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Eiern, Milch und Geflügelfleisch. "Wem ist schon bekannt, dass mehr als jede dritte Biokartoffel, jedes dritte Bioei und jeder dritte Bioapfel aus Niedersachsen kommt?", fragt Dr. Stefan Dreesmann, Referent für Ökolandbau im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium.
Dabei liegt Niedersachsen mit einem Ökoflächenanteil von gerade einmal 2,9 Prozent ganz hinten in der bundesweiten Statistik. 
"Fläche ist nicht alles, auch die das Ausrichtung des Ackerbaus und der Tierhaltung und die damit verbundene Wertschöpfung sind wichtige Indikatoren", erklärt Dreesrnann. So fuhr Niedersacheinen im Jahr 2009 mit 565 Millionen Euro knapp zehn Prozent des  deutschen Bioumsatzes ein. Auch dass Bayern und Baden-Württemberg mehr als dreimal so viele nem Ökobetriebe aufzuweisen haben, schmälere die niedersächsische Bilanz nicht. "Der durchschnittliche Betrieb in Niedersachsen ist deutlich größer", erklärt Dreesmann.

Noch sind die Ökoanbauflächen recht unregelmäßig über das Landesgebiet verteilt. So kommt die ökologische Landwirtschaft in den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und in der Stadt Wilhelmshaven auf einen flächenmäßigen Anteil von mehr als acht Prozent. Demgegenüber liegt der Anteil rund um Peine und Salzgitter und in Südwestniedersachsen bei unter einem Prozent. "Die Gebiete Cloppenburg, Vechta und das Emsland werden intensiv mit Vieh bewirtschaftet. Dort werden für relativ armen Boden relativ hohe Preise verlangt", sagt Armin Meyercordt, Leiter des Beratungsteams Ökologischer Landbau der Landwirtschaftskammer.

Der niedersächsische Biomarkt teilt sich in Landwirte sowie verarbeitende und Handelsunternehmen, deren Zahl in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 200 Prozent auf über 1000 gewachsen ist. Ein gewinnversprechender Bereich ist die Naturkosmetik.
Im Gegensatz zur Landwirtschaft, deren Wachstum zurückgeht, legte der deutsche Naturkosmetikmarkt im Jahr 2009 um sieben Prozent an Umsatz zu.
Das ist gut für Niedersachsen denn mit Logona in Salzhemmendorf und Laverana in Wennigsen sind zwei der wichtigsten Herstelzukommen ler im Land ansässig.

Der Handel mit Bioprodukten befindet sich derzeit im Wandel. Der Einzelhandel und die Discounter sind ausreichend mit Bioprodukten versorgt. Während der Umsatz 2009 hier sogar leicht zurückging, hat er im ersten Halbjahr 2010 laut Marktforschungsinstitut GfK zwar wieder angezogen, allerdings paaren sich gestiegene Verkaufszahlen mit Preisverfall. Anders sieht es im Fachhandelssegment aus. Dort holen sich die Vertreiber langsam zurück, was sie an die Discounter und Supermärkte verloren haben: Hier kratz das Umsatzplus lauf GfK mit 9,1 Prozent sogar am zweistelligen Bereich.

Der Bioboom hat dafür gesorgt, dass niemand für Bioprodukte mehr weite Strecken fahren muss. Lediglich beim Frischfleisch gibt es Engpässe: Die Angebote sind knapp und oft aufwendig in Kunststoff verpackt.
"Vor allem für das Schafs- und Rindfleisch fehlt noch Infrastruktur wie Schlachteinrichtungen", sagt Meyercordt. Häufig bliebe Biozüchtern nichts anderes übrig, als ihr Fleisch als "normales" Fleisch in den Handel zu bringen.

Die Zahl der niedersächsischen Biobauern wächst von Jahr zu Jahr kontinuierlich. "Pro Jahr kommen etwa 4000 bis 5000 Hektar Fläche hinzu", sagt Meyercordt. Vor allem für Milchviehbetriebe ist eine Umstellung derzeit attraktiv: Der Preis für ein Liter Biomilch läge mehr als 10 Cent über dem für Milch aus den konventionellen Landbau, so Meyercordt.

Eine Herausforderung, die auf die niedersächsischen Landwirte zukommen wird, ist die Frage der Hofnachfolge. Die Gründergeneration nähert sich dem Rentenalter. 25 Prozent der Betriebsleiter sind laut Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen über 55 Jahre alt, 40 Prozent zwischen zu 45 und 55. "Irn Biobereich ist das Problem jedoch weniger gravierend als vergleichsweise im konventionellen Landbau", schätzt Meyercordt -auch durch Angebote wie www.hofgruender.de: Auf der Internetseite können Gründer und Landwirte in der Hofbörse aktiv nach Nachfolgern oder Höfen suchen.

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